Reisegedicht über Indien: vier Wochen mit Flugzeug und Eisenbahn über 6000 km durch dieses "subkontinentale Irrenhaus" gefahren, viel Plastkmüll überall, die Unterkünfte schäbig oder unbezahlbar, die Inder haben von den puritanischen Briten nicht nur die sexuelle Verklemmtheit und den indian tea ("tjai") übernommen, sondern leider auch die Liebe zum Geld: Das System macht wenige zu Millionären und Millionen zu Tagelöhnern, für die das Leben jeden Tag ein Existenzkampf bedeutet. In Mumbai bestatten die Parsen ihre Toten auf den "Türmen des Schweigens", bis die Geier ihre Speise vertilgt haben. Die Zoroaster - Verehrer wollen die vier Elemente (Feuer Erde, Wasser, Luft) nicht beschmutzen und argumentieren, dass die Leichenverbrennung durch die Hindus die Öffentlichkeit doch wesentlich belaste und dass die Geier ihr Werk schneller und sauberer verrichten als die Würmer beim christlichen Begräbnis. Durch wachsende Zivilisation (Hochhäuser, Straßenverkehr und Flugzeuge über der Stadt) werden die Geier vertrieben, und die Parsen geben jährlich viel Geld aus, um mit Büffelfleisch und anderen Lockspeisen die Geier zu halten. Was es nicht so alles gibt...Straßengewühle überall, abenteuerliche Fahrten mit der Mopedrikscha durch die Slums von Mumbai und Agra, Delhi ist als Capital town die "Grande Madame" der Nation: weniger Müll, nicht ganz so chaotisch wie andere Großstädte, Religion und Kultur teilweise unverständlich, Essen oft viel zu scharf, schöner Urlaub am Strand von Varkala, Palmen, Wellen, Hochsommer, während zu Hause in Deutschland Minusgrade herrschen, Muscheln und Krebse als Souvenir sammeln, Simrun kennen gelernt: Sie hat noch nie etwas vom zweiten Weltkrieg gehört!Taj Mahal gesehen, die "Perle in Weiß", Resümee: Habe noch nie so viel Armut, Elend und Müll gesehen, ich könnte (und möchte auch) so nicht leben, der Gestank der Flüsse, vor allem in den Metropolen, bleibt unvergesslich. Aber ich nehme auch noch etwas anderes mit im Gepäck auf der Heimreise: Der Imperfekt Indiens macht zugleich seinen einzigartigen Charme aus. Vieles wirkt unfertig und improvisiert, und so wirken die Massen "beschäftigt" mit ihrem Tun, wobei wenig oder gar nichts herauskommt. Ist es nicht zu Hause genau so? Wir drehen uns im Kreis, vergeuden unsere wertvolle Lebenszeit, beten zu falschen Göttern und wünschen uns ein ähnliches Moksha wie die Hindus: Eine Glückseligkeit, die dem Leid im Leben ein Ende setzt.Bitte das Gedicht mit Rahmenhandlung gestalten, z.B. Sonnenauf- und Untergang. Es kann sich aber auch in diesem Rahmen um Geburt und Tod als Anfang und Ende (von Allem!), auch einer Reise handeln.
Gedicht Hintergrund anpassen
Im Morgenlicht der Hoffnung zieht der Tag,
Die Böden alter Züge dröhnen schwer,
Indiens Puls schlägt durch die Schienen,
Ein subkontinentales Irgendwo, fast surreal und leer.
Die Flügel eines Flugzeugs kämmen Wolken,
Landschaften fliegen, glitzern im Flutlicht,
Plastikberge säumen Straßen,
Zwischen Tempeln, Märkten, Dunkel und Licht.
Indiens Seele, ein schillerndes Kaleidoskop,
Mit Farben des Elends und des Überfluss',
Die Rupee scherzt über Armut, unzählbar,
In dieser Trennung gedeihen Gulags von Besitz.
In Mumbai schweigen Türme mit Bedacht,
Geier kreisen über dem verschwindenden Trost.
Parsen beten, dass Zivilisation nie erdacht,
Wie Würmer, die Hingabe fressen, unbehost.
Delhi, die Grande Madame in ihrem Glanz,
Kaum Müll ziert ihre Straßen prachtvoll,
Die Rikscha jagt durch labyrinthische Tanz,
Wo das Chaos flüstert, es klingt wie ein toll'.
Am Strand von Varkala küsst die Welle das Land,
Sonne blüht, als in Deutschland die Kälte schreit,
Muscheln erinnern an salzgetränkten Sand,
In der Ferne wohnen Geschichten, die bleiben, bereit.
Simrun erzählt von Welten ohne Krieg,
Der Taj Mahal strahlt aus strahlend' Marmor,
Eine Weiße Perle des stillen, ewigen Siegs,
Armut und Pracht tanzen im Ensemble vor.
Der Fluss, er stinkt, trägt Erinnerung tief,
Rückkehr zieht mit Indiens ungestümes Spiel,
Wie ein unfertiges Gemälde, unvollendet und reif,
Doch der Charme bleibt im unperfekten Stil.
Die Sonne sinkt, wo Träume keimen,
Und dort, wo Reisen enden, beginnt erneut die Zeit.
Indien, ein Herz im Chakram des Lebens,
Dein unfertiger Zauber, dein Chaos, dein Geleit.