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Zum 80. Geburtstag von Günther Roth ( Von Walter Hartmann) Heute feiern wir Geburtstag von Günther Roth aus Stetten.Ihr kennt ihn zwar alle, doch ich möchte wetten,die meisten wissen wenig von seinem Leben,deshalb möchte ich heute einiges zum Besten geben.Geboren ist der Jubilarwie ihr wisst, vor 80 Jahr.Es waren damals harte Zeiten,das Volk musste unter dem Krieg gewaltig leiden.Und was las ich in einer alten Zeitung,es gab damals sogar eine Eierzuteilung. Auf eine gültige Reichseierkartegab’s in der Zeit vom 11. März bis 7. April gerade fünf Eier.Der Vater von Günther, der Schneidermeister Georg Rothwar immer optimistisch, trotz all der Notund wurde, trotz nur 5 Eier im Monat, dafür auch belohnt.Zu den zwei Mädchen, die es schon gab,kann nun endlich der erwartete Knab.Der Vater von Günther Roth war neben seinem Beruf als Schneidersehr aktiv im Turnsport und belegte 1938 bei dem deutschen Turnfest in Breslau bei seiner Spezialdisziplin den achten Platz.Dieses Turnfest wurde von 150 000 Aktiven aus 10 Ländern besucht.Georg Roth war Vorstand des Turnvereins Echterdingenund selbst im etwas fortgeschrittenen Alter noch sportlich tätig.Wie heißt es in einem Gedicht der damaligen Zeitung:zu jeder Zeit an jedem Geräte ist unser Vorstand an der Täteauch der Morgengymnastik ist er holddas brachte ihm jetzt den jüngsten Erfolgein junger Turner, nach langem Hoffenist endlich beim eingetroffen. Georg Roth war bis ins Alter sportlich tätig und nahm noch mit 81 Jahren an Turn -Wettkämpfen teil.(Siehe Geburtstagszeitung) Günther war ein Nachzügler, denn er hatte zwei Schwestern, die aber deutlich älter waren.Die Ältere ist 1922 geboren und die Jüngere 1926 ,Günther lernte die Jüngere aber nicht mehr kennen,da sie schon in frühem Alter starb.Da Günther auf dem Land aufwuchs, bekam er trotz des Krieges immer genug zu essen. Dafür sorgte schon seine Mutter, die gemeinsam mit einer Tante eine kleine Landwirtschaft umtrieb, die sie geerbt hatte. Seine Mutter, eine geborene Strobel, stammte aus einem der reichsten Bauernhöfe in Stetten, aus dem Teilort Weidach. Die kleine Landwirtschaft reichte für drei Kühe und für eine Menge Gänse. Die 30-40 Gänse sorgten nicht nur für lautes Geschnatter sondern auch für Eier und auch für Daunen, die schon in der damaligen Zeit sehr gefragt waren.Dass es dem kleinen Bürschchen an nichts fehltezeigt auch das Foto auf der Festtagszeitung.Er wuchs zu einem kräftigen Knaben heran,war immer quicklebendig und wollte es seinem Vater nachmachenund turnte deshalb immer auf Bäumen herum.Einmal hatte er aber Pech, im Alter von sechs Jahrenist er von einem Erlenbaum abgestürzt und hat sich dabei,wie es sich nachher im Krankenhaus herausstellte,den Arm gebrochen.Eine seiner ältesten Kindheitserinnerungen ist die, wie er ins Krankenhaus kam. Ein Nachbar setzte ihn auf einen kleineren Wagen, der von Kuh Liesel gezogen wurde und brachte ihn nach Degerloch. Von dort ging es dann mit der Zahnradbahn hinunter nach Stuttgart ins Krankenhaus. Als Günter nach 14 Tagen entlassen wurde, stand oben in Degerloch schon wieder das Kuhtaxi bereit und Günther fühlte sich wie ein kleiner König.Dunkel erinnert er sich auch noch an den Krieg, wie er in einem Korb immer in den Keller getragen wurde, wenn Fliegeralarm war. Er erinnert sich auch noch daran, dass er gegen Kriegsende als Hütejunge 13 Kühe seines Nachbarn auf der Weide bewachte. Es gab damals kein Taschengeld, dafür etwas zu essen.Im Jahr 1947 kam Günter in die Schule, ohne vorher eine Kindergarten besucht zu haben, denn das Wort Kindergarten war zu dieser Zeit in fast allen Dörfer noch unbekannt. In einem Raum war drei Klassen untergebracht, das war zu dieser Zeit üblich und trotzdem lernten die Kinder schreiben und lesen. Schon 1954 war die Zeit in der damaligen Volksschule zu Ende und er ging dann bei seinem Vater in die Lehre. Er war der einzige Lehrling, den sein Vater jemals hatte. Er brachte die Lehrzeit aber gut zu Ende und machte schon 1961 seinen Meister. Er arbeitete dann zuerst in einem Konfektionshaus in Bernhausen und anschließend bei der Firma Schempp in Scharnhausen im Textilverkauf.Im Jahr 1966 verließ er die heimische Filder und ging nach Göppingen. Dort kaufte er sich in einen Autohof ein, es war eine GmbH mit zwei Personen . Günther Roth war eine davon, er war aber auch gleichzeitig bei der Firma angestellt, da er den ganzen Betrieb leitete. Bis zum Jahr 2000 arbeitete er dort und fuhr täglich von Stetten nach Göppingen.In diesem Geschäft setzte sich Günther voll ein und es lief deshalb auch gut . Es muß auch einträglich gewesen sein, vor allem der Reifenhandel war mit der starken Zunahme der Autos ein gutes Geschäft, und Günther wußte auf einmal was Aktien und was Goldbarren sind , obwohl die mit Autozubehör nicht viel zu tun hatten. Soviel zu seinem beruflichen Werdegang.Wenden wir uns nun der Liebe zu:mit 18 machte der Günther einen Tanzkurs. Seine Tanzpartnerin durfte er aber nicht einmal nach Hause bringen, denn sie wurde immer von der Mutter abgeholt - so war das halt füher. So wurde es also nichts mit Erfahrungen in der Liebe.Er hatte deshalb seine erste Liebe erst mit 20. Das kann man dem Günther heute kaum mehr glauben, so feurig und temperamentvoll er bis vor einigen Jahren noch war.Seine Frau Ingeborg lernte er dann bei einer Hochzeit 1964 kennen. Sie stammte aus Möhringen und war etwas erfahrener als er, da sie auch vier Jahre älter war.Schon im Jahr 1965 wurde Hochzeit gefeiert und er zog dann in das neue Haus in Stetten ein, in dem heute noch wohnt.Im Jahr 2008 starb seine Frau und er lebte dann alleine bis zum Jahr 2013.Da sagt man immer die 13 ist eine Unglückszahl, dem Günth er brachte sie Glück.Bei einem Kuraufenthalt lernte er in diesem Jahr in Bad Füssing seine Silvia kennen. Bad Füssing ist der Ort, in den sich Günther immer zurückzieht, wenn es ihm nicht gut geht. 1967 war er erstmals dort, weil der Rückenprobleme hatte.In der Zwischenzeit ist der fast Ehrenbürger von Bad Füssing, weil er schon über 60 Mal dort war. Im Spätherbst 2013 lernte er an einer Hotelbar und beim Tanz seine Silvia kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Da Silvia allein lebte und außerdem im Moment durch eine Hüftoperation ziemlich stark behindert war, bot Günther sich an, ihr zu helfen und er fragte sie, ob sie nicht zu einem Reha –Aufenthalt in Stetten auf die Fildern kommen wollte. Sie sagte zu und Günther kümmerte sich intensiv um Silvia. Dieser bekam die Filterluft sehr gut und zog deshalb im Januar 2014 ganz zu ihm und gab ihre Wohnung in der Nähe von München auf.Ich selbt kannte Günther schon einige Jahre bevor dieser Silvia kennen lernte und muss sagen, sie hat sein Leben positiv verändert. Sie brachte Ordnung in den Männerhaushalt und die letzten Jahre nach seiner Erkrankung hätte er ohne Silvia nicht bewältigt. Günter weiß das selbst und ist ihr deshalb auch sehr dankbar.Gemeinsam mit Günther Roth hat Sylvia die Liebe zu Flohmärkten und die Liebe zu Figuren. Wenn sie zusammen in Bad Füssing sind, ist Silvia immer dabei, solche Figuren an den verschiedenen Flohmarkt-Ständen zu orten. Wer schon bei Günther Roth in der Wohnung war, kennt die vielen hübschen Porzellanfiguren, die er im Laufe der Jahrzehnte gesammelt hat . Es sind in der Zwischenzeit mehr als 150. Außer den Figuren, hatte er auch wertvolles Porzellan –Geschirr, darunter auch aus der Manufaktur Meißen.Ich kenne Günther Roth nun seit ca. zehn Jahren. Die Stadt Filderstadt bot in den Jahren 2010 und 2011 eine Streuobst-Guides Ausbildung an. Obwohl Günther Roth schon Fachwart im Obstbau war, machte er diese Ausbildung im Jahr 2010 mit und ich als maßgebliche Ausbilder, war sehr froh darüber, dass jemand im Lehrgang war, der sich im Obstbau etwas auskannte, so zum Beispiel Bäume schneiden und auch Bäume veredeln konnte. Er hatte das Bäume schneiden bei seinem Vater gelernt und er beherrscht diese Kunst gut . Das Bäume veredeln ist eine chirurgische Maßnahme, die heute leider nur noch wenige Menschen beherrschen. Als wir damals diese Ausbildung machten, konnte nach Rundfrage bei den verschiedenen Obst und Gartenbauvereinen auf der Filder keine einzige Person veredeln. Günther Roth hat das Bäume veredeln schon mit 12-13 Jahren gelernt. Fritz Glauner, ein Mann der in Hohenheim arbeitete und aus Heumaden stammte, hatte es ihm beigebracht und ihm gleichzeitig ein Veredlungsmesser geschenkt. Über alte Obstbau -Fachbücher, die er von seinem Vater hatte, lernte Günter dann mehr und mehr über den Obstbau und hat seine Streuobstbäume liebevoll gepflegt. Auf seiner Ranch in der Nähe von Kirchheim, einem Wochenend - Grundstück und auch in seinem Garten hinter dem Haus hat er immer wieder Bäume veredelt und neue Sorten getestet. Dort auf seiner Ranch ging er auch seinem Hobby, der Hühnerzucht nach. Die Liebe zu den Tieren zeigte sich auch in der Hundehaltung. Schon 1970 kam er auf den Hund. Seine Liebe galt den Schnauzern , zuerst waren es Zwergschnauzer, später dann die schwarzen Riesenschnauzer. Er ist bis heute auch noch Mitglied im Stuttgarter Schnauzerzüchter – Verein und sein Rat ist immer noch gefragt.Günther Roth ist kein einfacher Mann. Das Leben hat ihn geprägt. Probleme in der Ehe und auch im Geschäft hatten ihn hart gemacht. Für jemand, der ihn nur oberflächlich kannte, war er kantig und manchmal auch fast beleidigend. Alle, die ihn aber näher kannten, wussten, dass dies nur eine raue Schale war - auf Abwehr eingestellt. Im Inneren sah es bei ihm aber ganz anders aus. Für ihn trifft völlig zu, was man im Schwäbischen sagt: „Harte Schale - weicher Kern“Bis zum letzten Jahr war Günther Roth immer bei den Streuobst-Guides tätig und brachte vielen noch den letzten Schliff beim Bäume schneiden bei. Auch in diesem Winter hat er uns trotz seiner Krankheit immer wieder besucht und wir freuten uns über seinen Rat und den Beistand und es war sehr schwer, ihn davon abzubringen , nicht selbst auf die Leiter zu steigen.Lieber Günther, ich und alle Streuobst-guides möchten sich bei Dir recht herzlich bedanken, für den jahrelangen Einsatz. Mit Hilfe von Günther Roth konnte ich als Pomolge auch zwei alte Obstsorten wieder entdecken, die in ganz Deutschland gesucht wurden und zwar die Birnensorte ‚Aurate’ und erst jetzt im Januar die ‚Frankfurter Birne’.Als Dankeschön bekommst Du von mir dafür die ganz neue 6. Auflage meines Buchs: „ Farbatlas alte Obstsorten“ sowie einen Birnbaum. Es ist eine Neuzüchtung mit roten, sehr geschmacksvollen Früchten. Drei Früchte sind zum Kennenlernen dabei. Ich hoffe, Du hast viel Freude mit diesem Baum.Lieber Günther ich wünsche Dir und auch Silvia alles Gute und noch viele glückliche Jahre zusammen. Die Gene dazu hast Du ja, so wurde Deine Mutter 89 und Dein Vater 90 Jahre alt.

Vier Jahrzehnt' und vier dazu,  
Günther Roth, wir gratulieren!  
Seine Lebenslust, sein froher Mut,  
brachten uns hierher zum Feiern.

In Stetten wurd' das Licht erblickt,  
in Zeiten hart, von Krieg gedrückt.  
Doch Optimismus stets er sprühte,  
sein Werk mit Fleiß und Kunst erblühte.

Georg Roth, sein Vater trieb,  
im Turnen groß, nie müd' er blieb.  
Der junge Günther ihm gleich tat,  
auf Bäumen turnt' er voll der Tat.

Die Kriegsjahre, die harte Last,  
hielten die Mutter niemals fast.  
Im Schoß der Erde, Stettens Reichtum,  
wuchs er stark, trotz Mangels Spektrum.

Allzeit im Streuobst uns bekannt,  
war Günther's Rat stets wohlbekannt.  
Mit scharfem Messer hier veredelt,  
Bäume bracht' er mit Geschick zum Blühen.

Liebe fand er spät im Leben,  
doch hat sie alles reichgegeben.  
Er und Silvia, Hand in Hand,  
schreiten gemeinsam durch das Land.

Günther, tapfer, kantig, stark,  
doch im Herzen weich und klar.  
Zum achtzigsten Geburtstag heut',  
Jubeln wir in großer Freud'.  

Möge dein Leben weiter blüh’n,  
voll Glück und voller Liebe glüh'n.  
Und all dein Wissen, dein Talent,  
in unser Herzen weiter brennt.

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Vier Jahrzehnt' und vier dazu, Günther Roth, wir gratulieren! Seine Lebenslust, sein froher Mut, brachten uns hierher zum Feiern. In Stetten wurd' das Licht erblickt, in Zeiten hart, von Krieg gedrückt. Doch Optimismus stets er sprühte, sein Werk mit Fleiß und Kunst erblühte. Georg Roth, sein Vater trieb, im Turnen groß, nie müd' er blieb. Der junge Günther ihm gleich tat, auf Bäumen turnt' er voll der Tat. Die Kriegsjahre, die harte Last, hielten die Mutter niemals fast. Im Schoß der Erde, Stettens Reichtum, wuchs er stark, trotz Mangels Spektrum. Allzeit im Streuobst uns bekannt, war Günther's Rat stets wohlbekannt. Mit scharfem Messer hier veredelt, Bäume bracht' er mit Geschick zum Blühen. Liebe fand er spät im Leben, doch hat sie alles reichgegeben. Er und Silvia, Hand in Hand, schreiten gemeinsam durch das Land. Günther, tapfer, kantig, stark, doch im Herzen weich und klar. Zum achtzigsten Geburtstag heut', Jubeln wir in großer Freud'. Möge dein Leben weiter blüh’n, voll Glück und voller Liebe glüh'n. Und all dein Wissen, dein Talent, in unser Herzen weiter brennt.