Neunzig Jahre schon vergangen,
Weisheit in den Augen blinkt.
Doch wenn der ungeliebte Schwiegersohn
Zur Kaffeetafel hinkt,
Sind Blicke kühl wie Herbstlaub
Und Worte schwer wie Stein.
Er redet von der Zukunft,
Jetzt will man einfach sein.
Die Zeit lehrt Großmut, Milde,
An diesem Ehrentag.
Auch ungeliebte Gäste
Sind Teil der Lebensfrag'.
Doch unterm festlich Lampe,
Im Glanz der Kerzenlicht,
Zieht sanft ein Hoffnungssegen
In jedes Herz und spricht:
Denn unterm selben Himmel,
Den der Neunzigjährige schmückt,
Kann auch der ungeliebte Schwiegersohn
In Harmonie gebückt.