“Ich war nicht dabei”Ich war nicht dabei. Beim Sonnenuntergang auf dem Dach.HIER FEHLT ETWASIch war nicht dabei – aber mein Daumen war wund vom Scrollen. Vom Neid, vom Schauen, vom Warten, dass mein Leben endlich postenswert wird.„Fear of missing out“ – was für ein schwacher Begriff für ein Gefühl, das dich innerlich auffrisst,HIER FEHLT ETWASAlle waren da, nur ich nicht. Alle hatten Spaß,HIER FEHLT ETWASIch bin müde. Nicht vom Leben – vom Zuschauen. Von der Show, die nie endet, weil der Feed nie leer wird und ich nie voll. Pause. Stille. Nur für einen Moment. Ich war nicht dabei. Doch vielleicht war ich frei. Frei von dem Zwang, jedes Jetzt zu beweisen. Frei davon, mich selbst zu verpixeln für das Lob von Fremden.Vielleicht ist "verpassen" ein anderes Wort für atmen.HIER FEHLT ETWAS
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Ich war nicht dabei — beim leise glühenden Himmel,
Sonnenuntergang auf glatten Dächern.
Doch mein Daumen wund
vom Scrollen im nichterlebten Glück,
Bilder, die vom Leben singen,
während ich das Lied verpasse.
Angst vor dem Verpassen — ein schwacher Begriff,
für etwas, das innerlich in dir frisst.
Alle waren da, in leuchtendem Glanz,
alle lachten, tanzten — ich nur im Bann.
Ich bin müde, nicht vom Leben,
sondern vom nie endenden Schauen.
Ein ständiger Fluss von Bildern und Likes,
doch im stummen Raum, da schließlich ein Blick:
Vielleicht war ich frei, für einen herzschlagenden Moment,
frei vom unentwegten Beweisen von Augenblicken.
Frei davon, mein Selbst zu verpixeln
für Lob von Unbekannten.
Denn „verpassen“ ist ein stilles Wort — für atmen.
Und plötzlich bin ich lebendig, kurz, ungesehen, erfassend.