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Die Jungfrau in der NotDie zarte Weisheit geht nicht fort,sie weilt beständig, still am Ort.Doch Torheit, Faulheit - frech und keck -sie brechen schamlos Treu und Zweck.Unzüchtig zieh'n sie weit umher,verschonen keinen Jüngling mehr.Sogar der König, arm und schwach,beugte sich - zu seiner Schmach.In gold’ne Kleider hülln sich Beidentreten nieder Werk der Weisen.G'nommen hat sich die Begierfür ihre Kinder diese Zier.Sie sperrt sie ein in finstre Nacht,wo Schmerz und Kummer mit ihr wacht.Leise ruft die schöne Weise,keiner hält an auf der Reise.Die sanfte Stimme klingt so sacht,die Torheit höhnt und laut sie lacht.Es wiehert die schreckliche Begier:wer will noch hören diese Zier?Bis eines Tages Nachbar Leidihr Rufen hört in Dunkelheit.Er holte einen starken Mann, der sie aus Fesseln retten kann.Er stürmt ins Haus, bricht Schloss und Tür,reißt auf, was fest verschlossen ihr.Er hebt sie hoch und trägt sie fort,verjagt die Gier von diesem Ort.Torheit, Faulheit - beide tot,Begierde flieht in blinder Not.Die Jungfrau führt er zu sich fortund lebt mit ihr an stillen Ort.

Die Jungfrau in der Not

Die zarte Weisheit geht nicht fort,  
sie weilt beständig, still am Ort.  
Doch Torheit, Faulheit - frech und keck -  
sie brechen schamlos Treu und Zweck.  

Unzüchtig zieh'n sie weit umher,  
verschonen keinen Jüngling mehr.  
Sogar der König, arm und schwach,  
beugte sich - zu seiner Schmach.  

In gold’ne Kleider hülln sich Beide  
treten nieder Werk der Weisen.  
G'nommen hat sich die Begier  
für ihre Kinder diese Zier.  

Sie sperrt sie ein in finstre Nacht,  
wo Schmerz und Kummer mit ihr wacht.  
Leise ruft die schöne Weise,  
keiner hält an auf der Reise.  

Die sanfte Stimme klingt so sacht,  
die Torheit höhnt und laut sie lacht.  
Es wiehert die schreckliche Begier:  
wer will noch hören diese Zier?  

Bis eines Tages Nachbar Leid  
ihr Rufen hört in Dunkelheit.  
Er holte einen starken Mann,  
der sie aus Fesseln retten kann.  

Er stürmt ins Haus, bricht Schloss und Tür,  
reißt auf, was fest verschlossen ihr.  
Er hebt sie hoch und trägt sie fort,  
verjagt die Gier von diesem Ort.  

Torheit, Faulheit - beide tot,  
Begierde flieht in blinder Not.  
Die Jungfrau führt er zu sich fort  
und lebt mit ihr an stillen Ort.

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Die Jungfrau in der Not Die zarte Weisheit geht nicht fort, sie weilt beständig, still am Ort. Doch Torheit, Faulheit - frech und keck - sie brechen schamlos Treu und Zweck. Unzüchtig zieh'n sie weit umher, verschonen keinen Jüngling mehr. Sogar der König, arm und schwach, beugte sich - zu seiner Schmach. In gold’ne Kleider hülln sich Beide treten nieder Werk der Weisen. G'nommen hat sich die Begier für ihre Kinder diese Zier. Sie sperrt sie ein in finstre Nacht, wo Schmerz und Kummer mit ihr wacht. Leise ruft die schöne Weise, keiner hält an auf der Reise. Die sanfte Stimme klingt so sacht, die Torheit höhnt und laut sie lacht. Es wiehert die schreckliche Begier: wer will noch hören diese Zier? Bis eines Tages Nachbar Leid ihr Rufen hört in Dunkelheit. Er holte einen starken Mann, der sie aus Fesseln retten kann. Er stürmt ins Haus, bricht Schloss und Tür, reißt auf, was fest verschlossen ihr. Er hebt sie hoch und trägt sie fort, verjagt die Gier von diesem Ort. Torheit, Faulheit - beide tot, Begierde flieht in blinder Not. Die Jungfrau führt er zu sich fort und lebt mit ihr an stillen Ort.