60er von Ines. Da Ines den 70er nicht mehr groß feiern will, muss ich wohl heute zu Ines 60er eine Rede über unsere gemeinsame Zeit halten.Ich habe Ines 1994 in der Schule, dem Stiftsgymnasium St. Paul, kennengelernt.Wir haben uns von Anfang an gut vertragen auch weil wir das gleiche Fach Mathematik unterrichten.In dieser Zeit waren wir auch gefühlt die einzigen Erwachsenen die keinen Kaffee sondern lieber Kakao getrunken haben. Damit wir in Ruhe quatschen konnten, habe ich Kakao in einer Thermoskanne mitgenommen und wir haben uns in die Bibliothek zurückgezogen. Diese war damals im Keller und tatsächlich ein sehr ruhiger Ort.Wir waren auch gemeinsam ein paar Jahre für das Qualitätsmanagement in der Schule zuständig. Das hat uns auch zusammengeschweißt, denn es war nicht einfach vernünftige Ziele zu finden und diese auch umzusetzen. Ziele waren z.B. Teamwork, wobei hauptsächlich wir beide im Einsatz waren und im Zuge dessen auch unsere Nawi-Tage auf der Sonnbichlerhütte, sehr arbeitsintensiv aber auch enorm lustig. Der Gesprächsstoff ging uns nie aus.Als dann die Kinder, Iris und Simone, kamen war ich in der Karenzzeit regelmäßig einmal die Woche bei Ines zu Gast – Kakao trinken.Unsere Karenz hat sich förmlich überschnitten und so ist es nicht verwunderlich, dass wir dann gemeinsam mit unseren Kindern sehr viel unternommen haben. Wir waren am Weißensee, am Turnersee, am Brennsee Fische fangen, im Tierpark Feld am See, im Griffnerbach. Wir haben auch zusammen den Wiesenmarkt besucht und waren wandern.Durch eine glückliche Fügung haben wir zusammen die Multiplikatorenausbildung für die Zentralmatura in Mathematik absolviert – förmlich Schicksal, denn das war eigentlich nicht vorgesehen. Wir hatten dabei sehr viele Seminare zu absolvieren, die uns bis nach Innsbruck oder auch Parndorf führten und auch da wurde uns nie langweilig, obwohl wir stundenlang im Auto saßen. Nach der Ausbildung mussten wir gemeinsam Seminare abhalten und waren uns dabei immer einig, dass wir uns nicht an die Vorgaben halten können und so hatten wir auch immer genug Teilnehmer, was den Organisator sehr verdächtig vorkam.Wir haben auch sehr viel über Mathematik diskutiert, weil wir die ersten bei der Zentralmatura waren – besser gesagt hat Ines die erste „Probe-Zentralmatura“ 2012 geschrieben und ich ein Jahr danach.Zu meinem 40zigsten Geburtstag haben sich alle meine Freundinnen nämlich Ines, Conny und Sabine gegen mich verschworen. Sie haben sich hinter meinem Rücken heimlich getroffen um meinen Geburtstag zu planen. Ich hatte davon nicht den leisesten Schimmer. Ein paar Wochen vor meinem Geburtstag hatten wir eine Grillparty zuhause, wo sich die drei das erste Mal offiziell getroffen haben. Ich wollte so gerne, dass sich die drei gut verstehen aber sie haben all meine „Vermittlungsversuche“ nach dieser Party abgeblockt und so getan, als ob sie sich gar nicht sympathisch wären und dabei haben sie sich hinter meinem Rücken heimlich getroffen. Einmal genau wo ich Ribisel geklaubt habe – ich habe alle drei nach einander angerufen, weil mir beim Ernten fad war und Ribiselklauben nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört – und alle drei haben mich kurz abgefertigt, weil sie keine Zeit hatten dabei sind sie zusammen im Strandbad gesessen und haben sich darüber amüsiert wen ich als zweites und drittes anrufen würde.Die Geburtstagsüberraschung war mehr als gelungen und da sind wir auch das erste Mal gemeinsam ein Wochenende zum Moselebauer gefahren. Wir waren definitiv die lautesten aber vor allem die fröhlichsten Gäste – man denke nur an unser Aktivity Spiel, an die Korinther oder Frau Buschhorn – aber das ist jetzt ein interner Scherz und sicher hat noch nicht leicht jemand den Film „Das Mädchen aus der Torte“ in der Sauna gesehen.Ein paar Mal haben wir es geschafft zum Moselebauer zu fahren und auch Essen zu gehen, aber es ist nicht ganz einfach vier prall gefüllte Terminkalender unter einem Hut zu bringen. Aber dieses Jahr gibt es keine Ausrede der Termin ist bereits gebucht und wir freuen uns auf ein gemeinsames Wochenende voller Spaß. Auch wenn wir uns dazwischen mal länger nicht sehen, sobald wir zusammen sind, kommt es einen vor, als ob wir uns jede Woche treffen würden.
Gedicht Hintergrund anpassen
In einem Klassenzimmer, Jahr '94,
Begann die Freundschaft, wunderbar empor.
Ines und ich, die Mathematik gelehrt,
Haben wir bald Geschichten vermehrt.
Kakao statt Kaffee war unser Brauch,
Im Keller der Bibliothek, so still, welch Hauch.
Ein Thermos voller Wärme, Gespräche tief,
Dort, wo die Zeit stillstand und niemand rief.
Durch Qualitäten in der Schul' so verbunden,
Haben Ziele gesucht, die wir oft gefunden.
Auf der Sonnbichlerhütt' Teamgeist entfaltet,
Mit Lachen und Arbeit, die Jahre gestaltet.
Als Kinder Iris und Simone kamen herbei,
War Ines' Haus ein Teil von mir dabei.
Kakao und Freundschaft, die Wochen verflogen,
Im Glück der gemeinsamen Stunden gewogen.
Die Reise zur Mathematik führte uns weit,
Seminare, die schickten uns zur Unendlichkeit.
Im Auto, im Seminarraum, stets im Gespräch,
War Langeweile ein Gast, der nie Couleur brächte.
An meinem vierzigsten Geburtstag's zur List,
Eine Verschwörung, die kaum zu begreiflich ist.
Freundinnen vereint, ein Plan war geschmiedet,
Ein Wochenende zum Lachen und Freuden gesiedet.
Nun sind sechzig die Jahre, Ines, mein Freund,
Die Momente, die uns verbinden, wer uns kennt,
Ihr Lächeln, ihr Geist, so klar und so wahr,
Feiern wir zusammen, in Freude, immerdar.