Bin als Kind auf einen Baum geklettert und abgerutscht, habe mich verletzt Zuhause habe ich Großmutter gesagt, dass etwas Blut im Höschen ist. Lege dich hin und morgen werden wir es Mama sagen. Meine Eltern waren wie immer abends nicht Zuhause. Am Morgen holte Mama den alten Sitzwagen und fuhr mit mir zur praktischen Ärztin, dort wurde ich genäht. Heute würde jede Mutter sofort ins Krankenhaus eilen. Ich habe heute noch Angst, wenn ich die Urenkel klettern sehe. Und Trauer über unser allein gelassen sein
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**Vergangene Äste**
Als Kind hinauf in Zweige kühn,
abrutschend, zitternd, fiel ich hin.
Zuhause sprach ich, leis und bang,
von Blut, das dort im Höschen klang.
Großmutter sprach, ganz ruhig, still:
„Leg dich, bis der Morgen will.
Die Eltern fern, wie stets zur Nacht,
allein im Haus, die Stille wacht.“
Die Sonne kroch, der Tag erwacht,
zur Ärztin Mama mich gebracht.
Der Faden schloss die Wunde fest—
in Narben ruht der Schmerz als Rest.
Heut eilt man schnell zum Krankenhaus,
doch damals war'n wir oft allein zuhaus.
Wenn Urenkel nun klettern gehen,
spür ich die Angst in mir entsteh'n.
Die Trauer, die stille Einsamkeit,
bleibt tief verwurzelt, trotz der Zeit.